Kleines Zigarrenlexikon
Die Bestandteile einer Zigarre
Jede Zigarre besteht aus drei Komponenten:Die Einlage ist das "Herz" und wird aus einzelnen Tabakblättern gefertigt. Bei der sogenannten Longfiller-Zigarre hat jedes Blatt die gesamte Länge der Zigarre. Die Einlage hochwertiger Zigarren kann aus bis zu fünf verschiedenen Langblattsorten bestehen und nur von Hand richtig gefertigt werden. Charakteristisch für eine Longfiller-Zigarre ist eine lange Asche, wohingegen bei den Shortfiller-Zigarren die Asche vorher abfällt. In diesem Fall besteht die Einlage aus kleinen Tabakstücken, die hauptsächlich bei maschinell gefertigten Zigarren zu finden ist.

Für die Einlage können Blätter aus allen drei Etagen der Tabakpflanze verwendet werden.
Die Blätter vom oberen Teil der Pflanze (Ligero) bilden zum Schutz vor der Sonne Öl, haben eine dunklere Farbe und sind voller im Geschmack. Ihr Zuckergehalt ist aufgrund der Photosynthese höher als der anderer Blätter.
Die Seco-Blätter vom mittleren Teil der Pflanze sind heller und geschmacklich milder.
Die Blätter vom unteren Teil der Pflanze (Volado) haben den mildesten Geschmack und die besten Brandeigenschaften.
Der Geschmack einer Zigarre, ob mild oder voll im Aroma, wird u.a. durch die unterschiedliche Verwendung dieser Blätter in der Einlage bestimmt.

 

Das Deckblatt ist der wichtigste und teuerste Bestandteil der Zigarre. Es hält Einlage und Umblatt zusammen. Beschaffenheit, Farbe und Aroma prägen das äußere Erscheinungsbild der Zigarre. Darüber hinaus bestimmt das Deckblatt maßgeblich das Aroma einer Zigarre, wobei Zigarren mit dunkleren Blättern kräftiger im Geschmack sind, als solche mit hellen Deckern. Gute Deckblätter sollten feine Adern haben und dehnbar sein.
 

Das Umblatt hält die Zigarre zusammen. Es besteht meist aus den oberen Tabakblättern, weil diese aufgrund ihrer Festigkeit der Einlage ausreichend Halt geben können. 

Lagerung von Zigarren
 
Zur optimalen Lagerung hochwertiger Zigarren eignen sich u.a. Kellerräume, die frei sind von Nebengerüchen. Die Temperatur sollte 20°C nicht übersteigen und eine Luftfeuchtigkeit zwischen 60 und 80% aufweisen. Alternativ (und weniger aufwendig) können Zigarren in Humidoren frisch gehalten werden. Je nach Ausfertigung halten eingebaute Regulatoren die Luftfeuchtigkeit auf dem nötigen Niveau. Diese Schatullen sind in verschiedenen Größen, Materialien und Verarbeitungen erhältlich, um den individuellen Wünschen jedes Rauchers nachzukommen.
Der Humidor sollte an einem kühlen Platz in der Wohnung stehen.

 

 Rauchen einer Zigarre
Handgefertigte Zigarren werden an den Enden, dem sogenannten Kopf, geöffnet. Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, eine Zigarre anzuschneiden, den Schnitt mit dem Cutter, den V-Schnitt und die Bohrung. Der V-Schnitt hat den Nachteil, dass er keinen gleichmäßigen Zug ermöglicht. Nachteil der Bohrung ist, dass Einlage dabei zusammengedrückt wird und den Durchzug des Rauches stört. Die Verwendung eines Cutters, auch Guillotine genannt, kann als sinnvollste Lösung angesehen werden. Dabei ist darauf zu achten, dass nicht der ganze Kopf abgeschnitten wird, dass die Klinge scharf ist und der Schnitt zügig durchgeführt wird.
Zum Anzünden eignen sich am besten spezielle, schwefelfreie Streichhölzer und Gasfeuerzeuge. Schwefelhölzer und Benzinfeuerzeuge beeinflussen den Geschmack der Zigarre. Beim Anzünden sollte die Zigarre langsam über der Flamme gedreht werden, ohne jedoch mit ihr in Berührung zu kommen. Erst dann wird die Zigarre zwischen die Lippen genommen und unter erneutem Drehen kann der erste Zug genossen werden. Hierbei wird die Flamme ca. 1 cm vom Brandende entfernt gehalten und zur Zigarre hingezogen. 

Zum Rauchen einer Zigarre sollte man sich immer genug Zeit nehmen. Hastig gerauchte Zigarren werden zu heiß, worunter das Aroma leidet. Der Rauch wird niemals inhaliert, da der Geschmack durch den Gaumen aufgenommen wird.
Geeignete Momente, eine Zigarre zu rauchen, gibt es viele, z. B. als Abschluß eines Essens, in geselliger Runde oder in ruhigen Musestunden bei einem Glas Cognac oder Wein. Steht Ihnen trotz mangelnder Zeit der Sinn nach einer guten Zigarre, sollten Sie einem entsprechend kleineren Format den Vorzug geben.
Eine Zigarre wird nicht ausgedrückt; man läßt sie im Aschenbecher ausglimmen.Die lange Asche ist ein Merkmal für eine Langblatt-Einlage. Während die Zigarre geraucht wird, kühlt die Asche das Brandende und schützt die Glut. Wird die Asche zu lang, löst man sie durch behutsames Drehen des Brandendes auf dem Boden des Aschenbechers.