SANKT NIKOLAUS   Noch ein Nikolaus

  Der heilige Nikolaus, Schutzpatron der Kinder, wird schon seit langem mit Weihnachten in Verbindung gebracht. Holländische Siedler brachten die Nikolaustradition im 17. Jh. nach Amerika. Doch damals lenkte der Weihnachtsmann weder ein Rentiergespann über den Himmel, noch kam er durch den Schornstein herab, wenn er seine Geschenke brachte. Diese Eigenschaften, die man ihm heute nachsagt, hat er erst seit Mitte des 19. Jh.    

Song : Morgen Kinder wird's was geben

 In Frankreich ist er bekannt als
Pere Noel. In England ist es der Vaterweihnachten (immer
bildlich dargestellt mit der Stechpalme, dem Efeu oder
dem Mistelzweig). In Holland heißt er der Sinterklaas.
Diese Weihnachtsmänner werden in
den unterschiedlichsten Farben und Formen gekleidet. Aber zwei Dinge  haben Sie immer gemeinsam :Sie haben einen großen  langen weißen Bart und bringen Geschenke für die Kinder.

 Legenden    

1) DAS KORNWUNDER: Er veranlasste, dass ein kaiserlicher Kapitän
eines mit Korn beladenen Schiffes Korn an die Hungernden von Myra
verteilen ließ, ohne dass die Ladung des Schiffes geringer wurde!

2) DIE SEENOT: Einige Schiffer kamen auf hoher See durch große
Stürme in Seenot! Nikolaus erschien ihnen und geleitete sie sicher in
den Hafen.

3) STRATELATEN LEGENDE: Er rettete 3 unschuldig zum Tode Ver-
urteilten, sowie 3 irrtümlich angeklagten Feldherrn vor dem Galgen,
in dem er im Traum dem Kaiser erscheint und in der Sache auflärend
wirkt.

4) DIE MITGIFTLEGENDE: Nikolaus schenkte dem Vater von 3 Mä-
dchen die Mitgift, damit alle 3 ehrbar verheiratet werden können.

Seit 1555 ist Nikolaus als Gabenbringer der Kinder belegt.
Der evang. Theologe Kirchmeyer schrieb: "Vor dem St. Nikolaustag
legen Mütter für ihre Kinder Geschenke und eine Rute bereit. Die Kinder freuten sich darauf und legten ihre Kerbhölzer in die sie ihre guten Taten einkerbten für Nikolaus bereit, sowie Futter für sein Reittier!" Nikolaus beschenkte damals mit Nüssen, Kletzenbrot und Dörrobst, aber auch Bekleidung oder andere nützliche Dinge des täglichen Gebrauches.
Auf diesen Tag haben sich die Kinder schon lange gefreut. Gestern wurden die blank geputzen Schuhe und Stiefel vor die Tür oder vors Fenster gestellt und Sankt Nikolaus hat ihre Hoffnungen nicht enttäuscht. Die "Lederbehälter" hat er mit kleinen Geschenken und Süßigkeiten gefüllt. Legende und Fakten sind bei dem Freund der Kinder und Armen nicht mehr zu trennen. Maßgeblich ist nicht eine 100%ige Bestätigung von Geschichten und Wundern; er achtete und half Menschen, die sich in Not und Bedrängnis befunden haben. Wegen seiner menschlichen Größe haben sich die Weihnachtsbräuche an seine Person gekoppelt und entwickelt. Nikolaus wurde in Patara (in der Nähe von Antalya) geboren. Als Geburtsjahr wird 280 bzw. 286 vermutet. In Xanthos studierte er. Die Verantwortung des Bischofsamtes wurde ihm noch als junger Mann übertragen. Dem christlichen Glauben schenkte man in dieser Gegend kaum Achtung. Apollo, der Sohn von Zeus und Leto, stand wesentlich höher in der Gunst des Volkes.
Nach der Legende verbrachte Apollo die Sommermonate auf Delos und den Winter in Patara. Folglich wird der andersgläubige Nikolaus eingekerkert und gefoltert. Doch die Christenverfolgung ist nicht mehr von langer Dauer. Nikolaus kommt frei und nimmt 325 am Konzil in Nicäa teil.
Auf dieser Konferenz wird die Dreieinigkeit zum Dogma erklärt. Christen anderer Überzeugungen, z.B. Arius, werden verbannt.
Nikolaus und Silvester, vertreten beide die Glaubenssätze der Trinität. Am 6. Dezember 345 verstirbt Nikolaus und wird in Myra (Demre) beigesetzt. Es beginnt eine Zeit der Wunder, u.a. Berichte über die Genesung unheilbar Kranker an der Grabesstätte. Nikolaus wird immer stärker verehrt und Apollos Gunst schwindet.
Im Mittelalter ward es der Brauch, dass Klosterschüler am Vorabend
des Nikolausfestes einen "Kinderbischof" wählten. Dieser bekleidete
sich mit den Gewändern eines Bischofs und "visitierte" die Klosterschule. Er bestrafte und belohnte Schüler, letzteres auch mit Süßigkeiten.
Ab 17. Jht. grasiert der Brauch, dass der Nikolaus mit einem Begleiter
(später wurde daraus der Krampus) die Kinder beschenkte oder auch
schon mal wegen ihres unchristlichen tuns tadelte!
Heute kommt der Nikolaus meist ohne Krampus (da es nur mehr brave Kinder gibt), zu den Kleinen und befragt sie, ob sie denn "auch
stets brav gewesen" sind.
Früher waren Krampus oder Knecht Ruprecht ständige Begleiter des

heiligen Mannes, wedelten bedrohlich mit einer Rute, aber letztlich bekamen die Kinder das, was sie sich erhofften: Süßigkeiten und Ge-
schenke. Früher war Nikolaus der Tag der Geschenke, ähnlich wie es
noch heute weitgehend in Holland es Brauch ist.