Brief an den Nikolaus schicken:
An den
Nikolaus in
49681 Nikolausdorf
Der Barbarazweig, der Barbaratag
Die heilige Barbara lebte im 3. Jahrhundert in Kleinasien. Heute heißt die Stadt Izmit und ist eine türkische Stadt am
Marmarameer (nördliches Istanbul). Ihr Vater, ein Heide, liebte seine Tochter
über alles. Da er jedoch auch sehr eifersüchtig und argwöhnisch war, sperrte
er sie immer in einen Turm ein, wenn er verreisen mußte.
Obwohl Barbara sehr reich war, war sie dennoch sehr einsam und unglücklich. Als
sie dann die christliche Religion kennenlernte, sah sie in einem christlichen
Leben ihre Aufgabe und ließ sich taufen. Dies war in der Zeit der
Christenverfolgung unter Kaiser Decius in den Jahren 249-251.
Die Legende erzählt nun, daß der Vater als er von einer Geschäftsreise zurückkam,
erstaunt feststellte, daß der Turm statt zwei Fenster wie bisher drei Fenster
aufwies. Als er seine Tochter zur Rede stellte, gestand sie ihm, daß sie
Christin sei und zur Erinnerung an die heilige Dreifaltigkeit drei Fenster im
Turm haben wollte.
Der Vater war entsetzt und versuchte alles, um sie vom Christentum loszureißen.
Aus Enttäuschung und Wut über ihren Starrsinn zeigte er sie selber an. Sie
wurde gefangen genommen und starb für Ihre Nächstenliebe und ihren Glauben. Den Vater erschlug
unmittelbar nach der Untat der Blitz.
Das Brauchtum mit den Barbarazweigen soll : die eine Version: Es heißt, daß
die im kalten Winter verdorrten Blüten auf dem Grab der im 3. Jahrhundert
lebenden heilige Barbara genau am Abend des 24. Dezember blühten. Dieses Phänomen
soll sich alljährlich wiederholt haben. Bis heute werden am Barbaratag Apfel-,
Kirsch-, Kastanien-, Pflaumen-, Holunder-, Rotdorn- oder Forsythienzweige
geschnitten und ins geheizte Weihnachtszimmer gestellt. Daß Gehölze durch
einen frostigen Kältereiz zum vorzeitigen Blühen gebracht werden können,
wurde bereits vor langer Zeit entdeckt. Die kahlen Zweige wurden in jener Zeit
oft mit weihnachtlichem Schmuck und Süßigkeiten behängt. Die so verschönerten
"Barbarabäume" lassen sich als "Vorläufer" unseres
heutigen Weihnachtsbaumes verstehen. Die andere Version: auf ihre Gefangenschaft zurückgehen.
Hier hat sie einen verdorrten Kirschbaumzweig mit Tropfen aus ihrem Trinknapf
benetzt. In den letzten Tagen im Bewußtsein ihres Todesurteils fand sie Trost
darin, daß der Zweig in ihrer Zelle blühte.
Sie ist nicht nur eine der 14 Nothelfer der katholischen Glaubenswelt, sondern
gilt sogleich als Schutzpatronin der Artilleristen, Bergleute, die für sie am
Barbaratag ein Licht im Stollen brennen lassen, Gefangenen, Glöckner, (viele
Kirchenglocken tragen ihren Na- men), Architekten und Waffenschmiede. Um den 4.
Dezember als Gedenktag an diese Märtyrerin rankt sich ein reiches Brauchtum.
Besonders bekannt und verbreitet ist die Sitte, am Barbaratag einen Apfel-,
Kirsch-, Kastanien-, Pflaumen-, Holunder-, Rotdorn- oder Forsythienzweig zu
schneiden und in das geheizte Zimmer stellen. Kommt der Zweig gerade am
Weihnachtsfest zum Blühen, so wird das als gutes Zeichen für die Zukunft
gewertet.