Die Weihnachtsgeschichte (nach
Martin Luther)
Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser
Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung
war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war.
Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.
Da machte sich auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt
Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil
er aus dem Hause und Geschlecht Davids war, damit er sich schätzen ließe mit
Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie dort waren, kam
die Zeit, daß sie gebären sollte.
Und sie
gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine
Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten
in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre
Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn
leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen:
Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk
widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus,
der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das
Kind in Windeln gewickelt und in einer Grippe liegen. Und alsbald war da
bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und
sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden bei den
Menschen seines Wohlgefallens. Und als die Engel von ihnen gen Himmel
fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Laßt uns nun gehen nach Bethlehem
und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.
Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der
Krippe liegen. Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus,
das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam,
wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber
behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten
kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und
gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Und als acht Tage um waren
und man das Kind beschneiden mußte, gab man ihm den Namen Jesus, wie er genannt
war von dem Engel, ehe er im Mutterleib empfangen war."