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Die Sternsinger                                

Etablierung des Brauches nördlich der Alpen ist die Übertragung der Reliquien der Drei Weisen von Mailand nach Köln 1164 durch Rainald von Dassel, Kanzler des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Aus den Drei Weisen wurden die "Heiligen Drei Könige", die nun auch mit "Kaspar", "Melchior" und "Balthasar" ihre Namen bekamen. Im Zusammenhang mit dieser Verehrung erfreuten sich Mysterienspiele zu den Drei Königen besonderer Beliebtheit. Aus dem Dreikönigsspiel hat sich das Sternsingen entwickelt. Seit Ende des 16. Jahrhunderts hat sich besonders in den Niederlanden und Belgien, aber auch in Deutschland der Brauch eingebürgert, der sich bis heute erhalten hat. Die Lateinschüler z. Bsp. mußten ihr Schul- und Kostgeld als Almosen einsammeln. Dazu zogen sie am Tag vor den Hochfesten durch die Straßen und sangen vor den Häusern. Wer sich dadurch belästigt fühlte, konnte sich durch eine einmalige Zahlung an Neujahr oder Dreikönig loskaufen, wie Freiburger Quellen bezeugen. Verkleidete Männer oder Knaben zogen als Dreikönige oder auch als Gefolgsleute eines vorausgetragenen großen Sterns von Haus zu Haus. Sie trugen weiße Hemden, waren als Könige ver- kleidet oder hatten ortsabhängig bestimmte Kostüme an. Die Sternsinger erzählten von der Geburt Christi, der Anbetung in Bethlehem und von Herodes und seinem Ende. Anschließend baten sie um Gaben wie Kuchen, Nüsse oder Geld. Dieser zuerst sehr ernsthaft geübte Brauch drohte streckenweise ins Komische umzuschlagen. So wurden im 18. Jahrhundert oft Schelmenlieder in Psalmenform vorgetragen. Gegen Ende des 19 Jahrhunderts kam das Sternsingen nahezu in Vergessenheit. Erst in unserem Jahrhundert ist man bemüht, diesen Brauch wieder aufleben zu lassen. In den Niederlanden ist aus dem ursprünglichen Sternsingen ein Kinderfest geworden. Die Kleinen ziehen dabei mit Lampions durch die Straßen. C+M+B, noch heute werden diese Buchstaben als Segens- und Beschwörungsformel am 6. Januar, dem Dreikönigstag, in katholischen Gegenden besonders in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz, mit Kreide an den oberen Türrahmen geschrieben. Es sind die Anfangsbuchstaben der Heiligen Drei Könige Caspar (Kaspar), Melchior und Balthasar. Schon aus dem christlichen Altertum sind uns zahlreiche Anwendungsformen dieser Buchstabengruppe als Schutzformel überliefert, so auch zur Abwendung der verschiedensten Krankheiten.